Zu Gast an der Freien Hochschule Stuttgart: Die Kinder- und Jugendbuchautorin Isabel Abedi

Ihre Lieblingsfrage: »Was wäre wenn…?«. Naheliegend, denn schließlich ist Isabel Abedi Schriftstellerin. Bekannt für ihre »Lola« – Kinderbuchreihe und ihre Jugendbücher; mit Preisen dekoriert. Und was wäre, wenn Isabel Abedi Deutschlehrerin geworden wäre? »Das war tatsächlich mal mein Wunsch! Und wenn ich gewusst hätte, dass es diese Hochschule gibt, vielleicht wäre hier mein Platz gewesen«, sagt sie. Heute ist es der Lebensweg ihrer Tochter Sofia, die Waldorfpädagogik studiert, ihren Bachelor- und Master-Abschluss anstrebt und Waldorflehrerin werden möchte. Die Mutter nutzte die Gelegenheit, zwei Tage in den Unterricht an der Freien Hochschule Stuttgart hinein schnuppern zu können. Beim Schnuppern allein konnte es natürlich nicht bleiben, wenn eine bekannte Schriftstellerin einem Seminar, dessen Thema gerade kreatives Schreiben ist, einen Besuch abstattet.
Dozentin Sabine Eberleh nutzte sehr gerne die Gelegenheit, dass ihre Studierenden mit der bekannten Autorin ins Gespräch kommen konnten. Ein Austausch, der beide Seiten richtig begeisterte. Kreatives Schreiben für angehende Lehrerinnen und Lehrer? »Das Wertvolle beim Schreiben ist es, dass man sich von seinen eigenen Vorurteilen befreien muss. Man wird neugierig auf die Figuren, möchte die Menschen dahinter kennen lernen«, erzählt Abedi und fügt hinzu: »Alle Geschichten sind ja bereits erzählt. Es gibt keine neuen. Aber es gibt immer wieder andere Menschen«. So, wie es immer wieder andere Schülerinnen und Schüler gibt. Das Ziel der Lehrerbildung in der Waldorfpädagogik ist es, sie wirklich kennenlernen zu wollen. Jeden Einzelnen. »Beim Schreiben bin ich nicht ich, ich bin fünf Personen gleichzeitig«, erzählt eine Studentin begeistert von den gesammelten Erfahrungen der letzten Seminarwoche.
Ein Erfahrungsaustausch, der Isabel Abedi begeistert. »Ich schreibe nicht »für«, sondern ich schreibe »von«.
»Ich merke, dass ich heute ganz anders auf Menschen schaue, die mir begegnen, seit ich Schriftstellerin bin«, erzählt sie. Inzwischen gibt sie auch viele Schreibseminare an Schulen. Die Kräfte der Phantasie bei Kindern und vor allem Jugendlichen zu pflegen, ist ihr ein großes Anliegen. Medienkompetenz bei Kindern anzulegen, ist eine Aufgabe für die Schule, die im digitalen Zeitalter immer wichtiger wird. Und so ist Isabel Abedi vielleicht im kommenden Sommer auch unter den Gästen der Freien Hochschule Stuttgart: Zur Einweihung des neuen Lehrstuhls für Medienpädagogik.

Mit im Gepäck: Die Stüvetaube. Eine Friedenstaube aus Bronze, die der damalige Bundespräsident Roman Herzog 2008 zusammen mit 29 anderen auf Reise schickte. Isabel Abedi wird begleitet von der Taube aus der Stüveschule aus Osnarbrück, die immer wieder Gäste der Schule begleiten darf. So sammeln die beiden viele Eindrücke auf der gemeinsamen Reise und haben viel zu erzählen, wenn Isabel Abedi die Taube wieder an ihren Heimatort in die Stüveschule zurück bringen wird.