Prof. Dr. Peter Paulus referierte vor angehenden Waldorflehrer/-innen in der Freien Hochschule Stuttgart

Gesundheitssituation der Schulkinder: Vierter Teil unserer öffentlichen Ringvorlesung

Referent war diesmal der Schulgesundheitsexperte und -pionier Prof. Dr. Peter Paulus von der Leuphana Universität Lüneburg. "Mit psychischer Gesundheit gute Schule entwickeln" heißt das Motto seines Programms, das er für Schulen entwickelt hat.

Individualisierung, Enttraditionalisierung, Globalisierung, Digitalisierung...es ist nicht wenig, was auf die Kinder und Jugendlichen von heute einströmt. "Gesundheitssituation der Schulkinder und schulische Gesundheitsförderung" war das Thema unserer vierten öffentlichen Ringvorlesung, die unter der Überschrift "Entwicklungsschritte im Kindes- und Jugendalter" steht. "Wer nichts leistet, hat verloren in unserer Gesellschaft, durch die ein Kältestrom fließt" - eine durchaus provokante These, mit der Prof. Dr. Peter Paulus die angehenden Waldorflehrer/-innen im Saal konfrontierte. Vor allem in den Grundschulen leiden heute viele Kinder unter Schulstress durch Leistungsdruck, wie er mit aktuellen Studien belegte. Wie kann Schule hier gegen wirken? "Es geht um eine gesunde Balance zwischen Anforderungen von Außen und der eigenen Selbstverwirklichung", erläuterte Paulus. Ein Anspruch, dem sich vor allen die Waldorfschulen mit ihrem Motto "Erziehung zur Freiheit" immer wieder stellen: Lernen mit Herz, Hand und Kopf.

Paulus zeigte problematische Entwicklungen in unserer Gesellschaft auf. "Jugendliche sind heute Produzenten ihrer eigenen Entwicklung und Planungsbüros ihrer eigenen Biografien", sagte er. Doch eine stabile Psyche ist die Basis für körperliche Gesundheit und letztlich das Fundament für Bildung. Eine große Verantwortung für den Lebensraum Schule.