Das Eurythmeum lud angehende Waldorflehrer und -lehrerinnen ein

Hinter den Kulissen: Eurythmie professionell

Der Mensch selbst als Instrument der Darstellung: Das ist Eurythmie. Jetzt lud das benachbarte Eurythmeum unsere Studierenden ein, die hohe Kunst der Bühnen-Eurythmie näher kennenzulernen.

"Eurythmie ist Menschenbildung durch Kunst", sagte Prof. Tania Mierau. In diesem Sinn lernen sie auch alle angehenden Waldorflehrer und -lehrerinnen im Laufe ihres Studiums bei uns kennen. Sie gehört zur Ausbildung. Letztlich ist sie natürlich auch ein Schulfach an jeder Waldorfschule. Mit dem Begriff der "Seelenhygiene" fasste Pirjo Partanan-Dill, Dozentin für Eurythmie an der Freien Hochschule Stuttgart, diese Aufgabe der Eurythmie zusammen. Doch Eurythmie kann noch mehr. Sie ist auch eine Bühnenkunst. Das Else-Klink-Ensemble vom benachbarten Eurythmeum lud ein, hinter die Kulissen ihrer Arbeit zu blicken. Zwei große Themenbereiche standen auf dem Programm: Die Ton- und die Lauteurythmie. Die acht Eurythmisten gaben einen Einblick in ihre derzeitige Produktionen. Paul Celans Gedicht "Tenebrae" und der 1. Satz des italienischen Konzertes von J.S. Bach wurden Stück für Stück beleuchtet. Wie wird die Vokalqualität eines Satzes mit sieben "i" sichtbar? Und wie kann sich barocke Formkraft der Musik körperlich ausdrücken? Im anschließenden Gespräch wurde deutlich, wie vielschichtig die Arbeit an einem eurythmischen Bühnenstück ist.