Ein Kleid, bestickt mit goldenen Flocken – Sterntaler über drei Etagen. Ein gefrorener Traum in weißem Filz. Und ein zusammengenähtes Tagebuch. „Textiles gestalten“ war das Thema der zweiwöchigen Kunst-Epoche des Fachbereiches Handarbeit.

Das Kleid hängt im 3. Stock auf einem Bügel, seine Schleppe endet im Erdgeschoss der Werkstätten in der Libanonstraße. Hier lernen und arbeiten die angehenden Fachlehrkräfte. „Für mich war es schwierig, plötzlich ganz frei zu gestalten. Wenn ich Socken stricke, weiß ich ja wie und wofür“, sagt Vera. Mit der Begleitung von Gastdozent Andreas Reichel, einem freischaffenden Künstler, übten sich die angehenden Handarbeitslehrerinnen und -lehrer im Rahmen ihrer Kunst-Epoche darin, alle Zweckmäßigkeiten zu vergessen. „In diesen zwei Wochen soll es darum gehen, frei denken zu üben und damit alle erlernten Techniken ganz neu zu hinterfragen“, erläutert Isabel Lenschow, die Fachbereichsleiterin. Auch Christine möchte Handarbeitslehrerin werden. „Ich war keine Waldorfschülerin und musste Handarbeit in der Oberstufe ablegen. Jetzt bin ich begeistert, wie viele verschiedene Fachtechniken ich hier lerne und was im Unterricht später alles einmal möglich sein wird“, erzählt die angehende Klassenlehrerin, die Handarbeit als ihr Zusatzfach gewählt hat. Ihr Sterntaler-Kleid ist Teil der gemeinsamen Kunstausstellung, die noch bis zu den Osterferien die Gänge schmücken soll. Ein vorgegebenes Thema für die Arbeiten gab es nicht. Aber ein Märchen oder ein Zitat konnten helfen, um einen eigenen Rahmen für das künstlerische Tun zu schaffen. Und die Vielfalt der Ergebnisse ist beeindruckend! Auf jeden Fall werden sie auch ein Teil der Präsentation aller Fachjahre am 6. Juli sein, wenn die Hochschule zum Tag der offenen Tür, dem „Tag der Hochschule“, einlädt.