Reiche Ernte beim Färben im Fachjahr Handarbeit

Sie fahren ihre Ernte ein: 15 Kilo Garn, handgefärbt in 24 Farben plus weiß. Im Fachjahr, hier Handarbeit, lernt man seine Profession von der Pike auf.

 Das Treppengeländer in der Libanonstraße schillert in allen Farben des Regenbogens. Die Studierenden im Fachjahr Handarbeit nutzen es gerade, um ihr fertiges Werk zu sortieren und zu ordnen. 15 Kilo Garn haben sie nach allen Regeln der Kunst gefärbt – jetzt wartet es darauf sortiert und verstaut zu werden. Da wurde rosa zu lila, indem man die Stränge kurz in die Indigo-Küpe eintauchte. Färberkamille sorgte für einen warmen Gelbton. Auch Zwiebelschalen und Kurkuma kamen zum Einsatz. Das viele Garn dient letztlich der Unterrichtsmethodik der Unterstufe.

 „Im Fachjahr Handarbeit geht es darum, sich selbst auszubilden, nicht Fertiges nachzumachen“, betont Fachbereichsleiterin Isabel Lenschow. 10 Gewerke gilt es, innerhalb eines Studienjahres zu erkunden, erlernen und einzuüben. Zusätzlich zu einem Schulpraktikum, versteht sich. Das Stuttgarter Modell des Fachjahres innerhalb des Bachelor-Studiums oder der Ausbildung zur Fachlehrkraft sieht vor, dass man sich in dieser Zeit vollkommen auf sein Fachgebiet einlassen und spezialisieren kann.

 „Der persönliche Schwierigkeitsgrad in den einzelnen Gewerken, sei es spinnen, weben oder stricken, ist natürlich nach oben offen“, schmunzelt Lenschow. Für die Handarbeiter wie auch für die Musiker oder bildenden Künstler geht es darum, das Instrument des eigenen Körpers zu schulen. Daneben kommt natürlich auch die theoretische Ausbildung nicht zu kurz. „Die entscheidende Grundlage für ein sicher sehr intensives Jahr ist die Liebe zum eigenen Tun“, unterstreicht Lenschow.

Fachjahr Handarbeit, Epoche Färben
Färbeepoche Fachjahr Handarbeit Freie Hochschule Stuttgart, Seminar für Waldorfpädagogik
Handarbeitslehrerinnen für Waldorfschulen lernen Färben