Von der Fläche in den Raum“ hieß die 6-wöchige Epoche des Fachjahres Kunst, die jetzt mit einer großen Vernissage zu Ende ging.

„Es war wirklich meditativ, wie ich Draht um Draht in meine Installation gesteckt habe“, lachte Franz. Die Vernissage am Ende der Epoche war ein Werkstattgespräch. Alle 10 Studierenden stellten ihre Arbeiten vor, die in diesen Tagen unter der Fittiche von Kunstdozentin Michaela Escher entstanden waren – von den ersten malerischen Prozessen bis zu Werken, die sich die Dreidimensionalität des Raumes eroberten. Vor allem aber stand für die eigene Arbeit am Objekt viel Material zur Verfügung, das Lust auf Ausprobieren machte. Draht, Bast oder Faden, Büroklammern, Streichhölzer oder Wachs – der Phantasie waren schier keine Grenzen gesetzt. „Ich hatte eigentlich eine klare Idee vor Augen gehabt, wie mein Objekt aussehen sollte. Aber dann sah der Leim auf dem Stoff letztlich doch ganz anders aus“, berichtete Amelie.

Wann wird ein Objekt zur Kunst? Diese Frage beschäftigte die angehenden Klassenlehrer und -lehrerinnen, die sich in ihrem Zusatzfach auf die Kunst spezialisiert haben. „Es ist der Moment, in dem der Stoff überwunden, sozusagen erlöst wird“, formulierte es Michaela Escher für die interessierten Gäste, die zu dieser Vernissage in die Libanonstraße 3 gekommen waren. Hier sind die Ateliers der Freien Hochschule untergebracht. Mit dabei war auch Renate Schiller, deren Nachfolgerin Michaela Escher wurde, und die gerne noch diese Gelegenheiten nutzt, um die Hochschule zu besuchen. Für die angehenden Kunstlehrer und -lehrerinnen bedeutet ihr intensives Fachjahr , neben aller Theorie auch alle Grundelemente der bildenden Kunst kennenzulernen. „Es ist vor allem ein individueller Entwicklungsweg“, betonte Michaela Escher.

Amelie hat ihr hellblaues Objekt „Walschwein“getauft. „Als ich es formte, musste ich ans Kuchenbacken denken“, schmunzelte sie.