Dr. mathhias Rang bei seiner gastepoche an der Freien Hochschule Stuttgart - Seminar für Waldorfpädagogik

Farbenlehre zum Anschauen: Goethe ganz konkret

Forschung aus erster Hand zeigte Dr. Matthias Rang, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Naturwissenschaftlichen Sektion am Goetheanum, in seiner Gastepoche

Seit einigen Jahren bemühen sich vermehrt Wissenschaftler um eine Neubewertung und Rehabilitierung von Goethes Farbenlehre. Zu ihnen zählt auch Dr. Matthias Rang , der eine Spiegelblende für Demonstrationsexperimente in Schule und Hochschule entwickelt hat. All das konnten die Studierenden des ersten Bachelor-Jahres in Waldorfpädagogik jetzt aus erster Hand erfahren. Der Gastdozent hatte das gesamte Equipment nach Stuttgart mitgebracht.


Mit Hilfe seiner Spiegelspaltblende kann demonstriert werden, dass sich die Spektren von Newton und Goethe in ihrer Entstehung gegenseitig bedingen, sodass Goethes und Newtons Experimente gegenseitige Ergänzungen darstellen. Dr. Matthias Rang demonstrierte ganz konkret im verdunkelten Seminarraum, dass Goethe mit der Entdeckung des „Magenta-Spektrums” und seiner Komplementarität zum bekannten „Grün-Spektrum” keine Gegenexperimente zu Newton durchführte, sondern dort unterdrückte Teilphänomene sichtbar machte. „Meine Idee war es, die Münze schlicht von der anderen Seite her zu betrachten“, erläuterte Rang seinen Versuchsaufbau.


Wie schrieb doch Goethe so schön in seiner Farbenlehre - "Das Licht überliefert das Sichtbare dem Auge; das Auge überliefert’s dem ganzen Menschen… In ihm spiegelt sich von außen die Welt, von innen der Mensch."