Abschlusskonzert der angehenden Klassen- und Fachlehrkräfte für Waldorfschulen an der Freien Hochschule Stuttgart - Seminar für Waldorfpädagogik

Lehrerbildungskunst: Das Gesangsprojekt des Masterkurses

Drei Wochen singen, auch wenn man nicht vor hat, auch Musik zu unterrichten? Die Frage ist, wie man vom Fachmensch zur Lehrperson wird. Musikprofessor Stephan Ronner nennt es "weiterentwickelte Lehrerbildungskunst". Das Ergebnis: Ein Abschlusskonzert voll Lust und Leidenschaft.

Ein zahlreiches Publikum erwartete die Sängerinnen und Sänger zu ihrem öffentlichen Auftritt im Musiksaal der Hochschule. Drei intensive Probewochen lagen hinter ihnen, in denen sie in Ensemble-und Einzelproben Stücke aus verschiedenen Epochen und Stilrichtungen erarbeitet hatten. „Befähigung zur emotional-sensitiven Ausdrucksgestaltung entspricht einem zentralen Anliegen einer lebendigen Kunst des Erziehens“, sagt Musikprofessor Stephan Ronner, der das Gesangsprojekt entwickelte.

Die wenigsten von ihnen haben in ihrem Studium als Klassen- und Fachlehrkräfte für Waldorfschulen Musik als Zusatzfach gewählt, so wie zum Beispiel Nadine Mertz, die mit einer professionellen Stimme ihre Zuhörer begeisterte. „Einige von uns stehen zum ersten Mal vor Publikum mit einem Solostück auf der Bühne“, unterstrich sie. Und macht damit deutlich, welchen Stellenwert dieses Projekt für das Studium von Lehrkräften haben kann. Einige entdeckten hier erst ihre Gesangsstimme und erarbeiteten sich unglaublich beeindruckende Ergebnisse. „Fassen wir den Lehrer, den Lehrenden, als Entwicklungsbegleiter auf, reduzieren ihn also nicht auf die Informationsvermittlung und Leistungsfeststellung, so sind wir auf Fähigkeiten angewiesen die wir den Säulen des Bildungsauftrages als ebenbürtig zur Seite stellen können“ – so formuliert es Prof. Stephan Ronner, der dieses Projekt nun zum vierten Mal begleitete.

Und die Begeisterung, der Stolz, die Leidenschaft war einfach allen anzumerken. Das Programm, bei dem Prof. Ronner am Klavier begleitete, war so bunt wie die Persönlichkeiten - von J.S. Bach über Frank Sinatra bis Phil Collins war alles dabei. „Ein aktiv-tätiger Entwicklungskünstler wird man, indem man immerfort an seiner eigenen Ausdrucks- und Wahrnehmungspalette weiterarbeitet“, so Ronner.