Ein Teil der großen Autorengruppe des neuen Buches zur Lehrerbildung an Waldorfschulen

Neuerscheinung: Lehrerbildung für Waldorfschulen - Erziehungskünstler werden

Der Titel ist Programm. Dieser gerade erschienene Sammelband aus anthroposophischer Sicht möchte einen Beitrag bieten zur Diskussion über zeitgemäße Lehrerbildung. Wie wird aus einem Fachmenschen eine Lehrperson, die zukunftsorientiert lebendigen Unterricht eigenverantwortlich gestalten kann?

Die Waldorfschulen, die 2019 ihren 100. Geburtstag feiern,  gehören zu den bekanntesten pädagogischen Alternativen, die weltweit die Bildungssysteme bereichern. Einundzwanzig in der Waldorflehrerbildung tätige oder mit ihr gut vertraute Autoren stellen in diesem Buch, das jetzt im Verlag Beltz-Juventa erschien, verschiedene Aspekte ihrer Erfahrung dar. Zwei Erziehungswissenschaftler stellen ihre Beiträge dazu. So entstand dieser lebendige Werkstattbericht, herausgegeben von Prof. Dr. Holger Kern, Prof. Dr. W. M. Götte und Prof. Dr. Tomáš Zdražil.

 

Im Mittelpunkt steht dabei immer der sich entwickelnde Mensch – auf Schüler- wie auf Lehrerseite. Ziel der Waldorfpädagogik ist die persönliche Eigenständigkeit und Eigenverantwortlichkeit. Um sich diesem pädagogischen Ziel zu nähern, bedarf es pädagogischer Fachkräfte, die über mehr verfügen als die Kenntnis des jeweiligen Fachgebietes. Es ist das Anliegen des Buches, besonders den Anteil deutlich zu machen, der als Alleinstellungsmerkmal der Waldorf-Lehrerbildung angesehen werden kann. So erhalten die Beiträge aus dem künstlerischen Bereich hier vergleichsweise viel Raum. Wie entwickelt der Mensch Empathie- und Beziehungsfähigkeit, wie entfacht man Handlungs- und Entwicklungsimpulse? Waldorfpädagogik schließt hier nahtlos an Ergebnisse neuester Hirnforschung an.

 

„Erziehung zur Freiheit heißt keineswegs machen, was man will, sondern alle Voraussetzungen zu schulen, derer es bedarf, frei das entwickeln zu können, was wohl der Sinn des Lebens ist, seine Aufgabe, was immer sie sei, zu erfüllen“, schreibt der Erziehungswissenschaftler Harm Paschen.