Ringvorlesung mit Juniorprof. Dr. Leonhard Weiss an der Freien Hochschule Stuttgart - Seminar für Waldorfpädagogik

Volles Haus zur letzten öffentlichen Ringvorlesung

„Autorität durch Anerkennung - Perspektiven der pädagogischen Beziehung im Schulalter“ war das Thema unserer letzten öffentlichen Ringvorlesung in diesem Studienjahr. Zu Gast: Juniorprof. Dr. Leonhard Weiss vom Zentrum für Kultur und Pädagogik in Wien.

 

Ein Thema, das die angehenden Lehrerinnen und Lehrer an unserer Hochschule ganz besonders anzog. Wie entsteht Autorität? Und welches Autoritätsverständnis hat die Waldorfpädagogik? Fragen, die im Rahmen des Studiums natürlich oft behandelt werden. Hier gab´s nochmal die kompakte Zusammenfassung. Mit philosophischen Hintergründen – von Aristoteles bis Hannah Arendt.

 Es gibt den Autoritätsbegriff des äußeren Gehorsams. Von ihm möchte sich die Waldorfpädagogik sehr klar abgrenzen. „Autoritätsanerkennung entsteht im Kind und darf nicht erzwungen werden, sagte Rudolf Steiner“, führte Weiss aus. Wenn ein Lehrer mehr ist mehr als ein Wissenstransporteur, kann sich eine zwischenmenschliche Beziehung aufbauen, in denen die Autoritätsperson „das Tor zur Welt“ wird. Denn: Pädagogische Autorität ist die Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme für die Welt, wie Arendt es formulierte. „Sie muss letztlich das Ziel haben, sich überflüssig zu machen“, betonte Weiss. Waldorflehrer sein – eine Autorität auf Zeit. „Sozusagen mit Ablaufdatum“, schmunzelte Weiss.