Gastdozent der zweiten öffentlichen Ringvorlesung an der Freien Hochschule Stuttgart - Seminar für Waldorfpädagogik

Volles Haus zur zweiten öffentlichen Ringvorlesung

Wo immer er spricht, die Säle sind voll! „Entwicklungsschritte im Kindes- und Jugendalter“ ist der Titel der diesjährigen öffentlichen Ringvorlesung unserer Hochschule, da durfte Prof.em. Dr. Rainer Patzlaff natürlich als Gastdozent nicht fehlen!

„Die Wurzeln des kindlichen Spracherwerbs – ein modernes Forschungsfeld“ war sein Thema, an dem er schon lange forscht, und zu dem gerade druckfrisch sein neues Buch erschienen ist. Denn die Tatsache, dass sich Sprachentwicklungsstörungen im Kindergartenalter epidemisch verbreiten, ohne dass physiologische Ursachen zu finden wären, beschäftigt den emeritierten Professor für Kindheitspädagogik schon seit vielen Jahren, als er noch als Oberstufenlehrer für Deutsch an der Freien Waldorfschule Uhlandshöhe tätig war. „Er war ein Pionier in der Erforschung der ersten Kindheitsjahre, von denen man heute weiß, wie eminent wichtig sie für die gesamte Entwicklung eines Menschen sind“, begrüßte Prof. Dr. Tomas Zdrazil den prominenten Gastredner im völlig überfüllten Saal. Um wirklich helfen zu können, wird es immer dringender, im Detail die Bedingungen zu kennen, die für eine gesunde Sprachentwicklung offenbar unabdingbar sind. Und hier präsentierte Prof. Patzlaff in seinem Vortrag faszinierende Ergebnisse neuester Forschung. Sie alle führen zu einem eindeutigen Ergebnis: Spracherwerb erfolgt zunächst nicht durch den Intellekt. Der Mensch ist schon im ungeborenen Zustand ganz Ohr. Er lauscht dem Rhythmus, der Melodie der Sprache. Das Baby vollzieht dann beim Zuschauen unbewusst alle muskulären Reaktionen nach. Die Nachahmung an sich ist die Grundlage für das eigene Sprechen – und sie vollzieht sich nur durch das Vorbild lebendiger, echter Menschen. Mit digitalem Ersatz ist keine Unterstützung möglich. Womit wir bei allen Fragezeichen an unser digitales Zeitalter gelandet wären.