Waldorfschulen im Generationenwechsel

„Generationenwechsel als Chance – Wie Sie den Übergang an Ihrer Schule gemeinsam gestalten können“ war der Titel eines Workshops, den Gastdozent Götz Feeser jetzt mit der Hochschule veranstaltete.

Viele Waldorfschulen stehen vor dieser großen Herausforderung, und das in Zeiten des Lehrer*innenmangels und gestiegener Anforderungen an die Selbstverwaltung.

Die Runde war erstaunlich klein, aber fein, das Thema betrifft viele Waldorfschulen im Lande: Die „geburtenstarken Jahrgänge“ der Schulgründungen liegen 30 bis 40 Jahre zurück. Und oft fand sich zum Schulstart ein homogenes Kollegium. Ein solcher Generationenwechsel betrifft jetzt die gesamte Schule, er stellt eine Herausforderung für alle beteiligten Menschen sowie die Organisation als Ganzes dar. Das wurde in dieser intensiven Arbeitsrunde deutlich. „Dieses Wochenende hat für mich einiges zu Tage gefördert rund um diese Thematik, dieser Austausch war sehr hilfreich“, formulierte es eine Teilnehmerin.

Was für Bedürfnisse haben die „Jungen“, und welche die „Älteren“? Bei den einen geht es um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, bei den anderen um Anerkennung und Abschied. „Die Lebensentwürfe sind heute andere“, stellte ein älterer Teilnehmer fest. „Das Verhältnis zur Arbeit hat sich geändert.“ Er wünscht sich vor allem Wertschätzung angesichts seiner gesammelten Erfahrungen. „Letztlich geht es um Kommunikation. Nur so kann ein gegenseitiges Verständnis wachsen“, unterstrich er.

Waldorflehrer*in, eine Berufung mit Berufsgarantie: Die Gewinnung neuer Kolleginnen und Kollegen war ein wichtiger Punkt des gegenseitigen Austausches. Rund 500 neue Lehrerinnen und Lehrer werden jährlich gebraucht an den deutschen Waldorfschulen. Dabei war in der Diskussion deutlich, dass hier die Qualität einer fundierten Ausbildung in Waldorfpädagogik die Proirität vor der Quantität der Bewerbungen haben soll.

Hilfreich kann zum Beispiel eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit Studierenden unserer Hochschule durch das Angebot von Praktikumsplätzen sein.

Auch die gestiegenen Anforderungen an die Selbstverwaltung beschäftige die Runde. Ein mit den Jahren sehr gewachsenes Aufgabenfeld, das Professionalität in der Organisationsführung erfodert. Die berufsbegleitende Fortbildung „Führung in kollegialer Selbstverwaltung“ , die Götz Feeser gerade zweimal sehr erfolgreich angeboten hatte, fand zu einem jetzigen Startpunkt allerdings nicht genügend Resonanz. Sie wird voraussichtlich im Herbst 2020 erneut angeboten.