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Ein Abschiedskonzert

Abschiedskonzert für Stephan Ronner, Dozent der Freien Hochschule Stuttgart, der Hochschule für Waldorfpädagogik

Dieser Musiker und Pädagoge hat nicht nur die Hochschule, sondern auch den Musikunterricht vieler Waldorfschulen geprägt. Jetzt geht Prof. Stephan Ronner in den wohlverdienten Ruhestand.

Kann man Musik in Worte fassen? "Musik ist die Muttersprache aller Menschen, eine Metasprache. Man sollte sie nicht gleich wieder ins Wort und somit in den Verstand zurück übersetzen", sagte Stephan Ronner am Ende eines Abends voller Musik. Lebendiger Musik, leibhaftig vorgetragen, analog genossen. Musik von Stephan Ronner, ein Abschiedskonzert für ihn – und von ihm. 

Und jetzt? Ist der Bericht des Abends somit zu Ende? Ohne Worte, die "Niemandsbuchten" von Stephan Ronner, der Titel angelehnt an Peter Handke, seine "Klavierskizzen", die Nr. 29, 84 oder 100? Ganz am Ende, als Zugabe, erklang die Nummer Eins. Alle entstanden in der Coronazeit – inzwischen gibt es 162 von ihnen. Plötzlich war das Singen verboten, "und doch wollten wir den Kreislauf des Atmens aufrechterhalten", berichtete Ronner von der Entstehung dieser vielen kurzen Klavierstücke, von denen die ersten 72 nun in drei Heften in der edition Zwischentöne erschienen sind. Dabei galt der besondere Dank von Stephan Ronner an diesem Abend auch Hans-Georg Jaffke, der die Bleistiftskizzen des Komponisten allesamt transkribiert hat für ihre Veröffentlichung. 

Soviel soll aber nun doch beschrieben sein: Es ist Klaviermusik, die in die Seele fließt! Manche Melodien erscheinen fordernd, andere fragend, allesamt forschend. Sie wollen den Willen anregen, so schildert es Stephan Ronner selber. Nicht nur die Glückshormone ihrer Zuhörerschaft hervorlocken. Obwohl sie das eindeutig auch bewirken! Denn Musik kann und soll für diesen Musiker, der mit Leib und Seele Musiklehrer und –dozent war, Pädagoge durch und durch, mehr sein als ein reines Genussmittel für die persönlichen Komfortzonen. Sie soll den Willen wecken, sie soll ein Fenster sein zu einer Welt jenseits des Materiellen, für Stephan Ronner hat sie eine "moralisch-spirituelle Dimension. Stehen wir mit dieser Ansicht heute auf verlorenem Posten?" fragte er. Eine Frage, die ein Auftrag sein kann für seine Nachfolger*innen, das Musik-Kollegium der Freien Hochschule Stuttgart, das diesen Abend organisiert hatte und mit Stepahn Ronners "Wechselgesängen I-IV", umrahmt Flötenmusik, abrundete.
Es sangen: Monika Mayr-Häcker, Ana Jincharadze und Wolfgang Kölble.


Natürlich war das Publikum zu diesem Abschiedskonzert unter den Corona-Bedingungen klein. Dafür aber besonders dankbar. Einen Dank, den Prof. Dr. Walter Hutter, selber ehemaliger Student von Prof. Stephan Ronner, für die Hochschule zusammenfasste. "Die Spur des Kindes aufzunehmen, war immer sein Anliegen", beschrieb Hutter den Pädagogen Ronner. "Er lässt uns sein Werk voller Impulse zurück – wenn wir in die Zukunft schauen, dann haben wir jetzt Arbeit", sagte Hutter.
 

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