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Sprachgestaltung: Theater vom Feinsten!

Sprachgestaltung: Theater vom Feinsten! Aufführung an der Freien Hochschule Stuttgart, der Hochschule für Waldorfpädagogik

Das allererste Projekt, gleich ein durchschlagender Erfolg: die Sprachgestalter*innen zeigten Ionescos "Die kahle Sängerin". Absurd? Banal? Abgründig? Fantastisch!

Eigentlich hätte diese Theateraufführung langweilig sein müssen. Denn ihr einziger Inhalt sind Banalitäten des Alltags, zunehmend sinnentleert aneinandergereiht, rein sprachlich transportiert, und keine spektakulären Inszenierungsüberraschungen lenken von ihnen ab. Der gesellschaftlich bestens integrierte Mensch in einer sinnentleerten Welt. "Wer hat Interesse daran, dass diese Verwirrung länger dauert? Versuchen wir, es nicht zu wissen", sagt Mr. Smith.

Aber was passiert, wenn Sprache lebendig wird und die Zuschauer einem sogenannten Anti- Theater beiwohnen, wie Eugène Ionesco das sogenannte absurde Theater nannte, bei dem die Schauspielenden voller Herzblut wirklich spielen, was sie sagen? Dann wird der Abend zu einem packenden Erlebnis, dem man sich nicht entziehen kann.

Ein fulminanter Applaus belohnte die sechs Auszubildenden des neuen Kontaktstudienganges Sprachgestaltung. "Die kahle Sängerin" von Eugène Ionesco war ihr allererstes gemeinsames Projekt im neuen Studienjahr. Dramatisches Sprechen ist ein Schwerpunkt dieser intensiven Vollzeit-Weiterbildung. Unter der Regie ihrer Dozentin Ulrike Hans wurde erlebbar, was Sprachgestaltung alles leisten kann. Eine Schauspielausbildung brachten bereits einige der Auszubildenden mit an die Hochschule. Jetzt steht hier allein die Sprache im Mittelpunkt. Und ihr Sinn? "Sie sollten nicht angestrengt versuchen, den Gang der Handlung zu verstehen", hatte Ulrike Hans mit einem Augenzwinkern zur Begrüßung gesagt. Und doch wirkten so manche herzlich laute Lacher aus dem Publikum nach einem wohl sehr vertrauten Wiedererkennen so mancher Szene. Ertappt?

Mr. und Mrs Smith geraten in ihrem gutbürgerlichen Wohnzimmer zunehmend in den ganz normalen alltäglichen Wahnsinn. Zum verpassten Essen kommt das Ehepaar Martin, das vergessen hat, dass es sich kennt. Ein Feuerwehrmann und das dichtende Dienstmädchen komplettieren die Szenerie, deren sprachlich vorgefertigte Bausteine das sichere Haus des bürgerlichen Wohlseins mehr und mehr mit zunehmender Geschwindigkeit zusammenbrechen lassen. "Vergessen wir alles, was zwischen uns nicht geschehen ist, und leben wir wie zuvor", konstatiert Mr. Martin nüchtern.

Die Waldorfschulen dürfen sich auf diese Sprachgestalter*innen freuen, wenn es darum gehen wird, die großen Theaterprojekte der achten und zwölften Klassen zu begleiten. Aber auch die Eurythmiebühnen erwarten sie dringend für die sprachliche Untermalung der Aufführungen.
Sprachgestaltung ist ein Berufszweig, dem es an dringend benötigtem Nachwuchs mangelt. Dem möchte die Freie Hochschule Stuttgart mit ihrem Kontaktstudiengang Sprachgestaltung entscheidend entgegenwirken. Wieviel Freude diese Ausbildung machen kann, das wurde an diesem Projekt wohl allen deutlich.

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