Medienpädagogik und Künstliche Intelligenz

Wie unterscheidet KI Katzen von Hunden? Und wer bearbeitet Anfragen im chinesischen Zimmer? Zwei Tage lang erproben rund 40 Medienpädagog:innen Ideen und Methoden, mit Jugendlichen Phänomene rund um künstlichen Intelligenz zu verstehen und zu gestalten. Angereist sind sie aus ganz Deutschland, viele von ihnen Ehemalige des Zertifikatsstudiengangs "Medienpädagogik" der FHS. Prof. Thomas Damberger (FHS) betont in seiner Eröffnungs-Keynote, KI brauche pädagogische Rahmung und keine Verbotskultur, denn Bildung, so sagt er und geht dabei bis zu Hegel zurück, sei kein Optimierungsprozess, sondern Welterschließung in Beziehung, medienkritische Bildung müsse außerdem immer strukturkritisch sein.
Prof. Paula Bleckmann (Alanus-Hochschule) und Prof. Robert Neumann (FHS) verwandeln die Teilnehmenden mit Wollfäden und Papprollen in ein neuronales Netzwerk und öffnen so die Blackbox KI. Im Zentrum des Vortrags von Dr. Julia Kernbach steht die digitale Souveränität, sie stellt europäische KI-Tools vor. Norbert Harz erklärt mathematische Hintergründe künstlicher Intelligenz, Viola Hoffmann zeigt auf, wo KI bereits heute Teil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen ist und an welchen Stellen sie gesunde Entwicklung bedroht.
Viel Stoff also, aber auch viel Netzwerk und Austausch. Mehrere Waldorfschulen stellen ihre medienpädagogischen Konzepte zur Diskussion, außerdem geben Franz Glaw, Dr. Nino Mindiashvili und Prof. Robert Neumann Ausblicke auf die geplante zweite Phase von "Medienpädagogik vor Ort": Medienpädagogik-Teams sollen in verschiedenen Regionen Deutschlands Waldorfschul-Kollegien ausbilden und bei der Entwicklung von medienpädagogischen Angeboten in den Schulen unterstützen. Denn, da sind sich alle Anwesenden einig, Waldorfschulen müssen sich den Fragen der Zeit stellen und das medienpädagogische Netzwerk muss noch viel größer werden.
