Neuer Lehrstuhl verbindet Medizin und Pädagogik

Am 24. September 2026 hat die Freie Hochschule Stuttgart (FHS) einen neuen Lehrstuhl eröffnet. Unter der Leitung der beiden Mediziner Prof. Dr. med. Jan Vagedes und Prof. Dr. med. Andreas Oberle geht der Lehrstuhl für Gesundheitsforschung im Kindes- und Jugendalter einer Frage nach, die lange getrennt gedacht wurde: Wie hängen medizinische und pädagogische Perspektiven auf eine gesunde Entwicklung zusammen? Finanziert wird die neue Einrichtung von der Software AG – Stiftung mit Sitz in Darmstadt.
Die Eröffnung fällt in eine Phase, in der die Hochschule ihre Forschung systematisch stärkt. Auf das in den späten 1980er-Jahren begründete erziehungswissenschaftliche Kolloquium folgten 2016 eine Professur für schulische Gesundheitsförderung, 2018 ein Lehrstuhl für Medienpädagogik und 2022 das von-Tessin-Zentrum für Gesundheit und Pädagogik. Mit dem Prorektorat für Forschung hat die FHS diesen Ausbau zuletzt auch strukturell verankert.
"Wir bauen die Forschung an unserer Hochschule Schritt für Schritt aus – strukturell wie thematisch. Der neue Lehrstuhl ist dabei ein zentraler Baustein: Er verbindet die Pädagogik mit medizinischer Forschung und vertieft den Dialog mit den Bildungs- und Gesundheitswissenschaften – evidenzbasiert und praxisnah." — Prof. Dr. Thomas Damberger, Prorektor für Forschung
Prävention beginnt früh – auch im Klassenzimmer
Inhaltlich rückt der Lehrstuhl die Verbindung von Medizin und Pädagogik in den Mittelpunkt. Beide gehören für eine gesunde Entwicklung im Kindes- und Jugendalter unmittelbar zusammen. Untersucht werden die biologischen, psychologischen und sozialen Dimensionen der Gesundheitsentwicklung – mit einem klaren Fokus auf Prävention, bevor Krankheiten überhaupt entstehen. Der gesellschaftliche Hebel ist groß: Ein erheblicher Teil der Kosten im Gesundheitssystem entfällt auf nicht übertragbare Erkrankungen, die eng mit dem Lebensstil zusammenhängen – mit Ernährung, Bewegung, Medienkonsum und Schlaf.
"Gesundheit ist kein fixer Status, sondern vielmehr ein Prozess, an dem täglich gearbeitet werden kann und muss – auch im Klassenzimmer, am Familientisch oder im Umgang mit Bildschirmen. Wir wollen im Schulterschluss mit anderen Wissenschaftler:innen aus Pädagogik und Medizin das Wissen vertiefen, wie Erziehung und Unterricht die gesunde Entwicklung von Kindern fördern – und dieses Wissen in die schulische Praxis zurückgeben." — Prof. Dr. med. Jan Vagedes, Lehrstuhlinhaber
Die beiden Lehrstuhlinhaber knüpfen dabei an bestehende Kooperationen mit Universitäten, Kliniken, Gesundheitsämtern, staatlichen und privaten Schulen sowie an das von-Tessin-Zentrum an.
"Aus sozialpädiatrischer Sicht ist Prävention die wirksamste Medizin, die wir haben. Wenn Medizin und Pädagogik ihre Perspektiven zusammenführen und sich mit Kliniken, Gesundheitsämtern und Schulen vernetzen, können wir früh ansetzen – dort, wo Weichen für ein ganzes Leben gestellt werden." — Prof. Dr. med. Andreas Oberle, Lehrstuhlinhaber
Gefördert von der Software AG – Stiftung
Möglich wird der Lehrstuhl durch das Engagement der Software AG – Stiftung (SAGST).
"Wir fördern Vorhaben, die den Menschen in seiner ganzen Entwicklung in den Mittelpunkt stellen. Dass die Freie Hochschule Stuttgart ihre Forschung gezielt ausbaut, überzeugt uns – und dieser Lehrstuhl eröffnet einen zukunftsweisenden Forschungsraum, den wir gern unterstützen." — Peter Augustin, geschäftsführender Vorstand der SAGST
