Naturwissenschaftlich-Mathematisches Institut

Naturwissenschaftlich-Mathematisches Institut Stuttgart

Wissenschaftliches Erkennen beruht auf einer prozessualen, d.h. sinnlichen und gedanklichen Begegnung des Betrachters mit den Gegenständen der Anschauung. Die dynamischen Elemente des Fragens und Suchens sowie die systematische Reflexion der Begriffsorientierungen zeigen insbesondere eine lebendige Seite des Erforschten. Sie verweisen auf die Wechselwirkung zwischen erkennendem Subjekt und den Phänomenen bis hin zum Erleben des Zusammenhangs von Wesen, Begriff und Erscheinung. Die Möglichkeiten und Grenzen einer so verstandenen Befruchtung der Wissenschaften durch phänomenologisches Denken wird insbesondere auch mit Blick auf pädagogische Prozesse im naturwissenschaftlichen und mathematischen Unterricht hinterfragt und untersucht.

     


Institutsmitglieder

Prof. Dr. Walter Hutter (Freie Hochschule Stuttgart)
geb. 1964, Professor für Didaktik der Mathematik und Physik an der Freien Hochschule Stuttgart mit den Forschungsschwerpunkten: Phänomenologisches Denken im mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterricht, Identitätsbildung durch Wissenschaft insbesondere im Jugendalter, Lehrerbildung als Entwicklung von Fähigkeiten.

Aktuelle Projekte:

  • Astronomie – Aktuelle Perspektiven zur Himmelskunde und Kosmologie
  • Physik/Wärmelehre: Themenheft für Schüler
  • Mathematik/Kegelschnitte: Themenheft für Schüler

Ausgewählte Publikationen

    Hutter, W. (2016): The meaning of the infinitesimal calculus. In: R. Neumann (Hrsg): Topics in Mathematics for the 12th Grade. Chatham NY: Waldorf Publications, S. 71-88 (ISBN 978-1936367924)

    Hutter, W. (2015): Urteilen in Wissenschaft und Waldorfpädagogik. In: Jahrbuch für Goetheanismus. Niefern-Öschelbronn: Tycho Brahe Verlag, S. 273-303 (ISBN 978-3-926347-39-8)

    Hutter, W. (ed 2014): Mathematik, Physik und Geisteswissenschaft - Perspektiven und pädagogische Relevanz. Stuttgart: Schriften des NMI (ISBN 978-3-944911-04-5)

    Hutter, W.; Basfeld, M. (ed 2012): Identitätsbildung im pädagogischen Prozess - Ein interdisziplinäres Forschungskolloquium. Hohengehren: Schneider Verlag  (ISBN 978-3-8340-1081-0)

    Hutter, W. (2012): Waldorfpädagogik als Erziehungskunst. RoSE (Research on Steiner Education) 3/1, S. 88-94 (ISSN 1891-6511)

    Hutter, W. et al (1999): Almost periodicity of mild solutions of inhomogeneous periodic Cauchy problems. Journal of Differential Equations 156(2), S. 309-327 (ISSN 0022-0396)

    Weitere Publikationen unter  www.whutter.de

 

Dr. Gero Leneweit (Carl Gustav Carus-Institut, Öschelbronn)
geb. 1968, Physiker. Promotion 1999 an der TU Darmstadt zur pharmazeutischen Verfahrenstechnik pflanzlicher Arzneimittel. Institutsleitung des Carl Gustav Carus-Instituts und Leiter der pharmazeutischen Technologie-Entwicklung der Fa. ABNOBA GmbH für die Herstellung von Mistelpräparaten für die Krebstherapie. Lehrbeauftragter am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) für mikrofluidische Strömungsprozesse und für Nachhaltigkeit. Koordinator eines EU-Projekts mit 3 europäischen Universitäten (KIT, Utrecht/NL, Uppsala/S). Forschungsprofil: Strömungsprozesse für kolloidale pflanzliche Arzneimittel in der Krebstherapie, Membranbildung aus Lipiden und Proteinen für innovative Arzneizubereitungen, Biophysik der Lipide in der Humanphysiologie und Pathologie, onkologische Versorgungsforschung, Urphänomene als systemische Wissenschaftsmethodik der Physik, insbesondere in Wärmelehre, Akustik, Strömungslehre und Mechanik.

Auswahl aktueller Projekte:

    •      Innovative Technologie-Entwicklungen für die Herstellung liposomaler Mistelpräparate
    •      Pharmazeutische Verbesserung der Fieberinduktion durch Mistelpräparate
    •      Phänomenologie der Wärmelehre und ihre Erfahrbarkeit in einem für Schüler konzipierten Buch.

 Ausgewählte Publikationen

    Leneweit, G. et al (2005): Regimes of drop morphology in oblique impact on deep fluids. Journal of Fluid Mechanics 543, S. 303-331

    Leneweit, G. et al (2014): Mediation of a non-proteolytic activation of complement component C3 by phospholipid vesicles. Biomaterials 35, S. 3688-3696

    Leneweit, G. et al (2016): Interactions between Phospholipids and Organic Phases – Insights in Lipoproteins and Nanoemulsions. Langmuir, DOI: 10.1021/acs.langmuir.6b00978.

    Leneweit, G. (2008): Beitrag zur Methodik goetheanistischer Physik am Beispiel des Wasserkreislaufs. In: Jahrbuch für Goetheanismus, Niefern-Öschelbronn: Tycho Brahe Verlag, S. 293-342

    Leneweit, G. (2014): Wie verändert die Erfahrung von Urphänomenen unser Realitätserlebnis in der Sinneswelt? In: Walter Hutter (Hrsg.) Mathematik, Physik und Geisteswissenschaft. Stuttgart: Schriften des NMI, S. 145-180

 

Prof. Dr. Albrecht Schad (Freie Hochschule Stuttgart)
geb. 1963. Studium der Biologie und Geographie in Heidelberg. Forschungsaufenthalt in Australien. Anschließend Promotion über Beuteltiere. 2004-2009 Honorarprofessur an der Fachhochschule Schwäbisch Hall, Hochschule für Gestaltung. Mitglied im Beirat der Pädagogischen Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen. Von 1994-2007 Oberstufenlehrer an der Freien Waldorfschule auf den Fildern. Seit 2007 Oberstufenlehrer für die Fächer Biologie, Geographie, Chemie an der Freien Waldorfschule Uhlandshöhe. Seit 1995 Lehrbeauftragter an der Freien Hochschule Stuttgart, seit 2010 Professor für Didaktik der Naturwissenschaften.

 Ausgewählte Publikationen

    Schad, A. (2008): Warum Pubertät? In: Erziehungskunst, Nullnummer, S. 14-18

    Schad, A. (2008): Der goetheanistische Zugang zum Lebendigen. In: H. Schiller (Hrsg): Wirklichkeit und Idee. Stuttgart: Verlag Freies Geistesleben, S. 95-122

    Schad, A. (2009): Die leibliche und kulturelle Entwicklung des Menschen. In: A. Schad, A. Schmelzer, P. Guttenhöfer: Kulturmensch der Urzeit. Kassel: edition waldorf, S. 37-109

    Schad, A. (2012): Zum Siebenjahresrhythmus. In: Rundbrief der Pädagogischen Sektion am  Goetheanum 44, S. 14-21

    Schad, A. (2012): Die Beuteltiere. In: W. Schad: Säugetiere und Mensch. Stuttgart: Verlag Freies Geistesleben, S. 851-918

    Schad, A. (2014): Vom Konzept des Waldorflehrplans am Beispiel des Faches Biologie. In: Rundbrief der Pädagogischen Sektion am Goetheanum 52, S 12-21

 

Dr. Martin Schlüter (Institut für Waldorfpädagogik Witten)
geb. 1957. Studium der Physik in Heidelberg am Institut für Hochenergiephysik Heidelberg/Darmstadt/Berkeley, sieben Jahre Mitarbeit am Friedrich von Hardenberg Institut Heidelberg, 1989 Promotion am Institut für Geschichte der Naturwissenschaften Universität Frankfurt, zwei Jahre Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Carl-Gustav-Carus Institut Öschelbronn (Meteorologie und Klimatologie), sieben Jahre Leitung des Johann-Gottlieb-Fichte-Hauses in Tübingen, dort Forschungen zu Wesen und Bedeutung Mitteleuropas gemeinsam mit F. Roder und A. Schad, 14 Jahre Physik- und Mathematiklehrer an Waldorfschulen, seit 2009 Dozent am Institut für Waldorf-Pädagogik Witten/Annen.

Ausgewählte Publikationen

    Schlüter, M. (1990): Ritters und Goethes überzeitlicher Beitrag zur naturwissenschaftlichen Grundlagendiskussion. Dissertation Universität Frankfurt

    Schlüter, M. (2004): Goethes Farbenlehre - Eine experimentelle Einführung. In: P. Heusser (Hrsg): Goethes Beitrag zur Erneuerung der Naturwissenschaften. Bern: Verlag Paul Haupt, S. 397-407

    Schlüter, M. (2005): Von der Welt zur Selbsterkenntnis im Physikunterricht der Oberstufe anhand von Elektrizität, Licht und Farben. In: Lehrerrundbrief 85, S. 18-35

    Schlüter, M. (2014): Zum Studium der Anthroposophie. In: M. Schlüter et al (Hrsg): Steiner neu lesen. Perspektiven für den Umgang mit Grundlagentexten der Waldorfpädagogik. Frankfurt a. M.: Peter Lang Edition, S. 21-36

     


„Die Abgründe der Ahnung, ein sicheres Anschauen der Gegenwart, mathematische Tiefe, physische Genauigkeit, Höhe der Vernunft, Schärfe des Verstandes, bewegliche sehnsuchtsvolle Phantasie, liebevolle Freude an allem Sinnlichen, nichts kann entbehrt werden …”

(Goethe, Geschichte der Farbenlehre)