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Startschuss...

Startschuß für das neue Zentrum für Gesundheit und Pädagogik an der Freien Hochschule Stuttgart - Seminar für Waldorfpädagogik

Das von Tessin-Zentrum für Gesundheit und Pädagogik soll langfristig helfen, die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen zu stärken. Ein runder Tisch aus Fachleuten wurde jetzt als Beirat berufen.

"Zur DNA der Waldorfpädagogik gehört die Gesundheitsförderung", sagte Georg Soldner. Ein runder Tisch für Gesundheit und Pädagogik – zum zweiten Mal hatte die Freie Hochschule Stuttgart rund 20 Fachleute aus beiden Bereichen zusammen gerufen, zum zweiten Mal war der Kinder- und Jugendarzt und Co-Leiter der Medizinischen Sektion am Goetheanum mit dabei. Was brauchen Kinder und Jugendliche in Zeiten der Corona-Krise? Die Folgen der Maßnahmen zur Eindämmung des Virus hat sie besonders hart getroffen. Studien belegen inzwischen breit, dass nicht nur die Lernleistungen dramatisch zurückgegangen sind. Auch ihre körperliche Verfassung hat Schaden genommen und ihre psychosoziale Entwicklung hat gelitten. "Wir treffen uns hier aber nicht aus einer Erste-Hilfe-Mentalität heraus. Wir möchten langfristige Projekte anlegen", unterstrich Soldner.

Wege aus der Krise – keiner soll sie alleine gehen müssen. Das neue von Tessin-Zentrum für Gesundheit und Pädagogik möchte eine Plattform sein für alle pädagogischen Projekte, die die Kindergesundheit stärken, für die best-pratice-Beispiele vor allem an Schulen und auch Kindergärten, aber auch Information und Beratung für Familien bieten. Träger des neuen Zentrums ist die Freie Hochschule Stuttgart, die Hochschule für Waldorfpädagogik. Prof. Dr. Tomáš Zdražil hat hier bereits jetzt eine Professur für schulische Gesundheitsförderung inne. Mit Dr. Karin Michael, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, hat er jetzt eine Teamkollegin an seiner Seite, mit der er in den kommenden Monaten die Grundsteine des Zentrums legen wird. "Wir wollen vernetzen, forschen und auch ganz praktische Angebote machen", erläuterte er. Der runde Tisch als der neue Beirat soll sich dabei regelmäßig zweimal im Jahr treffen und die Geschicke des Zentrums begleiten. 

Begleitet wird die Initiative auch von Dr. Jan Vagedes von der Filderklinik. Gemeinsam mit dem dort angesiedelten Arcim-Institut wurde im Sommer eine Befragung unter den Familien an Waldorfschulen durchgeführt, um ihre Situation und ihre Bedürfnisse im Hinblick auf die Gründung des neuen Zentrums besser erfassen zu können. Grundlage für diese Umfrage war die COPSY-Studie (COrona und PSYche), durchgeführt von Forschenden des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf: untersucht wurden die Folgen und Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Aus den Ergebnissen sollen Empfehlungen und Strategien für Präventions- und Interventionsansätze abgeleitet werden, die die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen fördern. So stellte die Leiterin der Studie, Prof. Dr. Ulrike Ravens-Sieberer, den Studienaufbau gerne zur Verfügung, um jetzt in einer gezielten Runde Familien an Waldorfschulen befragen zu können. Die Ergebnisse werden derzeit ausgewertet. Und so viel konnte Dr. Jan Vagedes am runden Tisch schon verraten: Mit dem Rücklauf ist man sehr zufrieden. Doch vor allem die Auswertung von vier zusätzlich gestellten sogenannten offenen Fragen wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. 

Eng mit dem neuen von Tessin-Zentrum für Gesundheit und Pädagogik verbunden ist der von Tessin-Lehrstuhl für Medienpädagogik der Freien Hochschule. Natürlich saß auch Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Edwin Hübner mit am runden Tisch. Das Thema Digitalisierung und Schule wurde nicht zuletzt durch die Corona-Krise mehr denn je virulent. Und so möchte man hier eng zusammenarbeiten bei der Frage, was Kinder, vor allem Jugendliche, heute brauchen. Denn für viele junge Menschen sind Smartphone und Computer ihr entscheidender Draht zur Außenwelt geworden mit allen Folgen für Gesundheit und Psyche.
"Gute Schule macht gesund – was Kinder jetzt brauchen" – mit dieser öffentlichen Ringvorlesungsreihe, die im Dezember startet, möchte die Freie Hochschule Stuttgart die feierliche Eröffnung des von Tessin-Zentrums im Sommer 2022 in den Blick nehmen.

Foto: v.l. Dr. Karin Michael, Prof. Dr. Tomáš Zdražil

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