„Die Kunst wird selbst zum Ort der Erinnerung“, sagte Kunstdozentin Olga Schiefer. Die Performance war Teil der  Abschlussveranstaltungen zur Erinnerung an die zur NS-Zeit durch Euthanasie ermordeten Kinder.


Die Menschentraube am Rathaus in der Hirschstraße wurde immer größer. Was war hier los? Blutrote Farbe, weiße Rosen, Dreck, vier schwarz gekleidete Studentinnen und ihre Dozentin vor einer bald nicht mehr unbefleckt weißen Wand – „Im Bann der Erinnerung“ hatten sie ihre außergewöhnliche Kunstperformance genannt.
»Schlaf, Kindlein, schlaf…« das war der Titel einer einwöchigen Veranstaltung, veranstaltet von dem Verein Stolpersteine e.V., zur Erinnerung an die zur NS-Zeit in der Stuttgarter Kinderklinik ermordeten Kinder. Für die mehrteilige Abschlussveranstaltung war ein Fahrradkorso vier Stationen der Geschichte abgefahren, an denen sie jeweils begrüßt wurden. Das Rathaus war die Betreiberin der Kinderklinik und Trägerin des Gesundheitsamtes, das die Kinder zur Ermordung auswählte. Hier wurde die große Gruppe der Radler von unseren Performancekünstlerinnen aus dem Fachbereich Kunst unter der Leitung von Olga Schiefer erwartet. Sprecherin war die Sprachgestalterin Miriam Leist.
Wirksamkeit von künstlerischem Gestalten ermöglicht es, Ereignisse aus dem Vergessenwerden wieder auftauchen zu lassen, sie sichtbar zu machen und im künstlerischen Prozess zu bearbeiten.